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„Ist das Paulus‘ Fußabdruck?“ Auf den Spuren der Urkirche!

  • 20. Apr.
  • 3 Min. Lesezeit

Türkei, 6.4.26 - 11.4.26 - Wie mag sich der Apostel Paulus wohl gefühlt haben, als sich vor ihm die Ränge des riesigen Theaters im antiken Ephesos erhoben? Als sich circa 20.000 Mensch dort versammelten und „ein großes Durcheinander“ (Apg 19,32) herrschte wegen der Verkündigung des Paulus und seiner Gefährten… Dies ist nur einer von vielen Momenten der Urkirche, die für das Seminar während unserer Pilgerreise in die Türkei buchstäblich greifbar geworden sind!


Dienstag: Istanbul

Begonnen hatte unserer Pilgerfahrt in Istanbul. Nach einem ersten, flüchtigen Eindruck am Abend nach unserer Landung, konnten wir am Dienstag den geschichtlichen und kulturellen Reichtum dieser Stadt erfahren (besonders wir Seminaristen freuten uns natürlich sehr über den kulinarischen Reichtum…). Wir fingen an mit einer Führung durch die Hagia Sophia, die erstmals von Kaiser Justinian erbaut worden war, und die an die christlichen Ursprünge dieser Stadt erinnert. Anschließend besuchten wir die nahegelegene Blaue Moschee, deren Innenraum mit kunstvoll gestalteten blauen Fliesen aus der Region İznik verziert ist. Nach dem Besuch dieser beiden großartigen Bauten widmeten wir den Nachmittag der sogenannte „Unabhängigkeitsstraße“ und ihren angrenzenden Passagen. Zu unserer großen Freude feierten wir zum Abschluss des Tages die Heilige Messe mit dem apostolischen Administrator Istanbuls, Bischof Massimiliano Palinuro.


Mittwoch: Iznik

Am Mittwoch erlebten wir einen Moment voller Geschichte. Wir fuhren von Istanbul los und erreichten nach etwa 2 h Busfahrt İznik, das antike Nizäa. Hier fand vor 1701 Jahren das erste ökumenische Konzil statt, das ein Glaubensbekenntnis formulierte, das noch heute gebetet wird! Auch Papst Leo XIV. war aus diesem Grund vor einigen Monaten dort gewesen und hatte dieses Ereignisses gedacht. Das gemeinsame Singen des „großen Glaubensbekenntnisses“ war sicherlich für alle ein besonderer Moment. Die Verbundenheit mit dem Papst – eine Gruppe von Menschen aus verschiedensten Ländern und Kulturen – ein Bekenntnis, das Menschen durch die Zeit verbindet: Für uns war an diesem Mittwochmorgen wirklich Weltkirche erlebbar! Während unserer Weiterfahrt nach Izmir konnten wir die wunderbare Landschaft dieser Region bestaunen – und staunen, dass auch die Apostel durch diese Hügel gewandert waren…


Donnerstag: Ephesos

Noch näher kamen wir den Erlebnissen der Apostel am vierten Tag unserer Reise, als wir in die Region des antiken Ephesos kamen. Der Tradition nach zogen der Apostel Johannes und Maria, die Mutter Jesu nach Ephesos und blieben dort. Nachdem wir den Ort Meryem Ana Evi (Haus der Mutter Maria) besucht hatten, wo Maria ihren Lebensabend verbracht hatte, durften wir in der angrenzenden Kapelle die Messe feiern. An diesem besonderen Ort eine berührende Erfahrung.  Wir besichtigten die Ruinen der Johannes-Kathedrale und kamen nachmittags zum antiken Ephesos, das großflächig ausgegraben und rekonstruiert wurde. Das Bewusstsein, das wir einen Ort der Apostelgeschichte so real, so nah erleben durften, machte einige von uns beinahe sprachlos. „Hier ist Paulus langgelaufen! Vielleicht hat er sich an diese Säule gelehnt!“ war immer wieder zu hören. Abschluss und Höhepunkt der Besichtigung war das antike Theater. Mit Blick auf die Ränge lasen wir einen Abschnitt aus der Apostelgeschichte (Apg 19, 21-40), der von Ereignissen berichtet, die genau an dieser Stelle stattgefunden hatten. Die damalige Situation des Apostels Paulus auf diese Weise nachempfinden zu können war ein Privileg!


Freitag: Laodizea

Am Freitag führte unser Weg zu Ausgrabungen einer weiteren antiken Großstadt: Laodizea. Dieser Ort wird in der Bibel im Buch der Offenbarung erwähnt. Der Autor schreibt an die sieben Gemeinden in Kleinasien und eine davon war eben jenes Laodizea. Wir besichtigten dort eine ehemalige Kathedrale und ein Haus, in dem sich die Christen getroffen hatten. Während der Busfahrt machten wir einen Halt bei den Kalksteinterrassen von Pamukkale, um uns dieses Naturphänomen zu anzusehen. Abends gab es ein weiteres Highlight: Ein Abendessen in einem ausgezeichneten Restaurant, in dem wir die türkische Küche genießen durften! Auch das werden viele von uns lange in Erinnerung behalten…


Samstag: Izmir

Unseren letzten Tag verbrachten wir in Izmir, dem antiken Smyrna. Zu Beginn des Tages feierten wir die Heilige Messe in der weltweiten einzigen St. Polykarp-Kirche. Polykarp war ein Kirchenvater des 1. und 2. Jahrhunderts und hatte noch persönlich einen Apostel gekannt. Anschließend gingen wir zur nahegelegen Johannes-Kathedrale, wo uns der Rektor gastfreundlich aufnahm und die Kirche zeigte. Am Nachmittag erkundeten wir die Stadt, inklusive des großen Bazars, der sich in der Innenstadt befindet. So konnten wir zum Abschluss noch einmal intensiv die Kultur des Landes erleben.

Nach unserer Rückkehr war die einstimmige Meinung: diese Pilgerreise war zwar anstrengend – aber auch wunderschön! Den Ursprüngen der Kirche so nah sein zu dürfen war ein Privileg und eine Stärkung im Glauben!



 
 
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